Grüne wollen geeignete Aufenthaltsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche

Grüne Gemeinderatsfraktion beantragt Konzepterstellung, um geeignete Aufenthaltsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu erarbeiten.

Fraktionsvorsitzender Manfred Machoczek: „Kinder und Jugendliche brauchen Aufenthaltsmöglichkeiten, Spielplätze und Bolzplätze mehr denn je. Gerade die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, dass niederschwellige Treffpunkte an der frischen Luft essentiell sind.“

Nachdem nun zunehmend Schulhöfe in Kirchheim für die Allgemeinheit geschlossen werden, können Kinder und Jugendlichen diese Plätze nicht mehr zum Spielen nutzen. Daher hat die Grüne Gemeinderatsfraktion die Erstellung eines Konzepts bezüglich geeigneter Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten beantragt. Im Ausschuss für Bildung, Soziales und Bürgerdienste wurde dieser Antrag mehrheitlich angenommen. In einem ersten Schritt sollen geeignete Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten aufgezeigt und in einem zweiten Schritt ausgebaut und ertüchtigt werden.

Solche Plätze sind laut der Grünen Gemeinderatsfraktion wichtig, damit die Kinder und Jugendliche weiterhin Plätze zum Treffen haben. Sie bieten den jungen Kirchheimerinnen und Kirchheimern die Möglichkeit, ihre Freizeit selbstbestimmt und jenseits von Vereinen und Organisation zu gestalten.

Zur Vermeidung und Bekämpfung von Vandalismus auf Schulhöfen werden momentan alle Schulen bezüglich ihrer Problemstellungen und Lösungsmöglichkeiten untersucht. In diesem Zuge werden viele Schulhöfe für die Allgemeinheit teilweise oder ganz geschlossen. Vor einigen Jahren wurde im Gemeinderat die Grundsatzentscheidung getroffen, die Schulhöfe für die Allgemeinheit offen zu halten und im Gegenzug manche Spielplätze zu schließen. Dadurch fehlen nun geeignete Aufenthaltsplätze für Kinder und Jugendliche. 

Rosenloh - Wie allen gerecht werden

14.04.22

Vor diesem Hintergrund sollte auch der Vorschlag der Bürgerinitiative Rosenloh wie auch von örtlichen Unternehmern ernsthaft verfolgt werden, dass wenn schon 30 ha beste landwirtschaftliche Fläche versiegelt werden sollen, wenigstens der Verzicht auf die weitere Bebauung landwirtschaftlicher und naturnaher Flächen auf Weilheimer Gemarkung längerfristig garantiert wird. In Dettingen und Kirchheim hat man die Problematik erkannt: Die Bürger*innen Dettingens haben 2021 per Bürgerentscheid auf eine Fläche von 21 ha für das Gewerbegebiet „Hungerberg“ verzichtet; die Stadt Kirchheim hat die bebaute Fläche ihres geplanten Gewerbegebiets „Bohnau-Süd“ von 21 ha auf ca. 16 ha reduziert. Wenn schon Weilheim einen „großen Schluck aus der Pulle“ mit 30 ha für auf Dauer verlorenen Ackerboden machen will, liegt ein Verzicht auf weiteren Flächenverbrauch doch nahe. Herr Markus Heilenmann als Weilheimer Unternehmer hat diesen Kompromissvorschlag bereits in die Diskussion eingebracht (… Rosenloh freigeben und danach ist Schluss!“ (Teckbote vom 31.3.2022). Warum also nicht – und nicht nur bis 2030 - längerfristig den Verzicht auf weitere Bebauung im Außenbereich verbindlich beschließen, wo doch jetzt ohnehin der Nutzen landwirtschaftlicher Fläche für die hießige Nahrungsmittelproduktion und freier Flächen für den Artenschutz deutlich an Bedeutung gewonnen haben!? Und warum nicht ein Parkhaus im Gewerbegebiet bauen, womit man die ohnehin knappe Fläche effizienter nutzen könnte! 

Bei der genannten hohen Nachfrage nach Gewerbeflächen in Weilheim ist zudem absehbar, dass nicht für alle Unternehmen in Weilheim trotz der zusätzlichen Gewerbefläche im Rosenloh eine Ansiedlung möglich ist, auch wenn durch den Umzug bebaute Areale zur Neubelegung frei werden. Alternativen finden sich aber auch in der Umgebung. Letztlich aber gehören auch in unserer Region gesamtheitliche Entwicklungskonzepte mit der Bevölkerung entwickelt und umgesetzt. Ein darauf abgestimmter guter Nahverkehr und - wo möglich - Bahnanbindungen müssen derartige Veränderungen für Betriebe und Beschäftigte unterstützen.
Und wenn ohnehin ein Großteil der erwarteten 350 Beschäftigten bei Cellcentric aus Weilheim und der Region kommen, ist der Bedarf an wirklich notwendiger zusätzlicher Wohnbebauung in Weilheim eher fraglich. Erweiterungen im Bestand und Innenverdichtung können wie z.B. in Kirchheim Entlastung bieten, um nicht noch weitere Flächen am Ortsrand opfern zu müssen. 
Vielleicht könnte es unser Ministerpräsident am 12.4. schaffen, die Bürgermeister*innen aller „bedrängten“ Kommunen in der Region von einem wirklichen Augenmaß beim Flächenverbrauch zu überzeugen – dann wäre ein fairer Kompromiss auch über den Tag des Bürgerentscheids hinaus greifbar. Denn auch Landwirtschaft und Natur müssen in unserer Region dauerhaft überleben. Ratschlag statt Kahlschlag ist angesagt! 

 

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